Antoinette De Weck

Antoinette de Weck, Grossrätin der Freisinnigen, Gemeinderätin, Freiburg.

Antoinette de Weck Von 2011 bis heute
Seit 2011, habe ich eine Sitz im Gemeinderat. Das gute Einvernehmen innerhalb des Gemeinderats erlaubt uns, die wichtigen Akten erfolgreich voranzutreiben. Während dieser Legislaturperiode hat sich der Gemeinderat prioritär für die Entwicklung der Infrastrukturen der Schulen und der ausserschulischen Betreuung eingesetzt. Es wurde dringend notwendig, die Schulgebäude und die Tagesstätten der ausserschulischen Betreuung zu vergrössern. Dies aufgrund der Einführung des obligatorischen Zweijahres-Kindergartens sowie des starken demographischen Zuwachses. Diese erste Legislaturperiode innerhalb des Gemeinderats war sehr intensiv, da die Stadt zwei neue Kindergärten gebaut hat (Heitera und Botzet), sowie für den Kindergarten in der Vignettaz und die Primarschule der Heitera Pavillons installiert hat. Die ausserschulischen Betreuungsstätten wurden im Schönberg, in der Vignettaz und im Jura vergrössert und im Jahr 2016 wird auch jene des Au-Neustadt-Quartiers vergrössert werden.

Als Abgeordnete habe ich innerhalb der parlamentarischen Kommission auch an der Überprüfung des neuen Schulgesetzes teilgenommen. Dieses Gesetz wurde durch den Grossrat weitgehend angenommen, und das Referendum gegen dieses Gesetz hat mangels genügend Unterschriften nicht stattgefunden.

Auch das Amt für Sozialhilfe nimmt meine Arbeitstage sehr in Anspruch. Um den stetig zunehmenden Anfragen für Sozialhilfe sowie den komplexen Lebenssituationen der Antragsteller gerecht zu werden, hat sich dieses Amt neu strukturiert. Es sind gegenwärtig Arbeiten im Gange, um Synergien mit der Vormundschaftsbehörde herzustellen.

Wie erfülle ich meine Pflichten?
Gemeinderätin zu sein gibt mir nicht mehr Rechte, sondern verlangt mehr Pflichten, weil ich Entscheidungen treffen muss, welche meine Mitbürger direkt betreffen. Ich erfülle alle meine Pflichten auf genau dieselbe Weise wie alle meine vorherigen Aktivitäten, nämlich mit Dynamik, Mut und Transparenz. Auch wenn die Kollegialität mir Grenzen setzt, um meine persönliche Meinung auszudrücken, bleibe ich für Stellungnahmen, welche ich vor dem Gemeinderat vertreten muss, den liberal-radikalen Werten treu. Dazu möchte ich aber auch bemerken, dass die Stimmung in unserem Gemeinderat stets sehr gut ist. Gegenwärtig bahnen sich Vertrauensbeziehungen an. Daraus ergeben sich Entscheidungsschliessungen, die aus objektiver Analyse hervorgehen und nicht aus dogmatischen Positionen. Ich kann nur hoffen, dass diese gute Übereinstimmung sich in der gesamten Administration bemerkbar macht, und auch in unserer Beziehung zu den Behörden.

Antoinette de Weck und ihr Ehemann Bruno de Weck. Antoinette de Weck und ihr Ehemann Bruno de Weck.

und Privat?
Seit vier Jahren hat sich mein Alltag stark verändert. Oft verlangt meine Agenda, dass ich auf Mahlzeiten und gemütliche Abende im Familienkreis verzichten muss. Zum Glück kann ich bei all meinen Engagements auf das Verständnis meines Ehemannes, Bruno de Weck, zählen. Damit das Familienleben trotzdem nicht zu kurz kommt, leisten wir uns ab und zu ein freies Wochenende. Meine Aktivitäten sollen mich nicht vom kulturellen Leben abhalten. Mit meiner Tochter Joséphine, welche Schauspielerin ist, gehe ich zu Theateraufführungen. Auch unterstütze ich das Festival « vom Lied » und das Festival der Kirchenmusik.

Antoinette de Weck et ses filles, Clémence et Joséphine Antoinette de Weck und ihre Töchter Clémence et Joséphine.

Antoinette oder Romelia?
Romelia ist das Pseudonym, unter dem ich in der « La Liberté » während sieben Jahren Gastronomiekritiken veröffentlicht habe. Dieses Geheimnis wurde nie gelüftet - nur meine Mutter wusste davon. Von ihr, einer grossartigen Köchin, habe ich die Leidenschaft fürs Kochen geerbt.

Politische Engagements


Von der Küche zum Freisinn?
Da war Zufall im Spiel. Im Anschluss an ein kleines Fest wurde ich von einem Freund gefragt, ob ich am konstituierenden Verfassungsrat teilnehmen wolle. Spontan habe ich zugesagt, obschon ich bis dahin nie für eine politische Partei tätig war. Der Freisinn ist meine politische Heimat, weil er nicht dogmatisch ist und die Freiheit des Denkens praktiziert. Vielleicht weil ich eine Frau bin, stört es mich, dass oft beim Sozialen und der Familienunterstützung gekürzt wird – aber viel seltener bei Subventionen fürs Strassennetz. Die Wirtschaft muss allen Bürgern Nutzen bringen. Unsere Partei muss sich auch um Naturschutz und die Umwelt kümmern – undogmatisch, aber mit Sinn für die Realität.

Ihre Traumferien?
An einem ruhigen Ort, wo es möglich ist Spaziergänge und Wanderungen zu unternehmen.

Ein gutes Essen?
Teigwaren in allen Formen.

Sport?
Ich habe lange Tai-Chi praktiziert. Heute gehe ich ins Fitness. Im Sommer unternehme ich gerne Wanderungen.

Ein Buch?
«La découverte du ciel» von Harry Mulisch.

Ein Film?
«Das Weisse Band» von Michael Haneke.

Ein Lied?
«Stormy weather», ein Jazz-Klassiker oder von Chris Rea «Josephine», der Vorname meiner zweiten Tochter.

Eine Stadt?
Freiburg. Ich komme aus Romont und bin Freiburgerin geworden. Wenn man etwas wird, so wird man es intensiver, aber man verlangt auch mehr. Dank der Universität verfügt die Stadt auch über ein wahrhaftiges Geistesleben.

Ein Politiker?
Charles de Gaulle für seinen Mut, Churchill für seine Intelligenz.

Eine Politikerin?
Simone Veil.

Ein Traum?
Über genügend Plätze an unseren Schulen und auch in den ausserschulischen Betreuungsstätten verfügen.

Auszug aus dem Interview von „Profil Radical“, aktualisiert am 01.03.2015.
Bilder: Keren Bisaz